Mittwoch , 13. November 2019
Schah en Schah
Genuss mit Eleganz und Herzlichkeit. Foto: Schah en Schah

Schah en Schah: Basima, Berlin!

Mit diesem Hype haben sie selbst nicht gerechnet. Woran kann es liegen? An den guten Produkten? Am herzlichen Service? An der Lage?  Oder einfach daran, dass sie das, was sie machen, aus vollem Herzen tun. Das Männer-Trio Manuel, James und Sargon – Vater und Söhne – sind unzertrennlich. „Einer für alle, alle für einen“, erklärt James die Seelen-Philosophie. Als sie im Oktober 2016 das Schah en Schah wieder eröffneten, erfüllten sie damit ihrem Vater einen Herzenswunsch.

1991 ist die Familie aus Bagdad nach Berlin geflüchtet. „Wir sind Aramäer. Das älteste Volk der Welt. Wir sprechen die Sprache von Jesus,“ erklärt Sargon. Als sie in Berlin ankamen, hatten ihr Vater die Vision eines Restaurants mit armenischer Küche. Kochen konnte er, er war schließlich für das Leibwohl des irakischen Militärs verantwortlich. Er lernte, armenisch zu kochen („Die armenische Küche ist eigentlich eine kaukasische Küche, aber lassen wir das….“) und eröffnete 1995 sein erstes Restaurant. Die Läden wechselten Ort und Namen. 2001 eröffnete Vater Manuel sein erstes „Schah en Schah“ (auf deutsch: König der Könige) in der Wielandstraße/Ecke Mommsenstraße. 2007 war dann eine schöpferische Pause angesagt.

The Finest Armenian Art of Grill

Doch wie könnte jemand, der von dem, was er tut, beseelt ist, einfach damit aufhören? So reifte der Entschluss, erneut in der Wielandstraße das Schah en Schah – The Finest Armenian Art of Grill aufleben zu lassen. Eine glorioses Comeback – nach zehn Jahren. Innerhalb kürzester Zeit avanciert das elegante Restaurant zu einem kulinarischen Hot-Spot. Eine Karte gibt es nicht. Man lässt sich beraten. James und Sargon scheinen es zu erspüren, was einem an diesem Abend glücklich machen könnte. „Der Salat „Schah en Schah“ mit korsischem Schafskäse und hausgemachtem Senf-Dressing ist ein Muss. Unsere Spezialität ist das saftige Kalbsfilet vom Grillspieß – unser Heiligtum“, sagt James. Die zarteste Versuchung, mindestens 30 Stunden mariniert. Oder wie wärs mit Lule im Lawash? Zwei gut gewürzte Hackfleischstreifen, serviert in hausgemachtem Blätterteig. Oder doch lieber das Lamm? Oder von jedem ein bisschen, die Gastgeber machen es möglich. Hauptsache, die hausgemachte Auberginen-Marinade mit frischen Feigen ist mit dabei. Achtung: die macht süchtig.

Ein Esserlebnis im Schah en Schah ist wie Ankommen. Ein qualitativer Genuss mit Premium-Gastfreundlichkeit. Höflichkeit und Service in Reinkultur. Königlich eben. Die meisten Gäste, darunter auch Lieferanten wie der Berliner Premium-Vodka 23 oder Aqua Morelli, sind mittlerweile zu Freunden des Hauses geworden. „Wir sind so dankbar, dass uns die Berliner mit soviel Wertschätzung so aufgenommen haben“, sagt James. Und ergänzt in der Sprache des ältesten Volkes der Welt: Basima. Danke.

Schah en Schah

Schah en Schah

Wielandstr 45 10625 Berlin Tel.: 030 55 62 58 79 oder 0170 995 36

 

Heidi Müller Berlin Journalistin
Autorin Heidi Müller

Heidi Müller findet die wertvollen Dinge des Lebens. Einfaches, Schönes, Wahrhaftiges und Bedeutungsvolles zum Hören, Riechen, Schmecken und Erkennen bringt sie ihren Lesern näher. Die Diplom-Journalistin arbeitete u. a. für den Tagesspiegel, die Welt am Sonntag, die Thomas Gottschalk Late Night Show und produziert eigene Magazine. Seit mehr als zwanzig Jahren widmet sie sich ihrer journalistischen Berufung von ganzem Herzen. „Ihre herausragende Begabung, Gedanken in Wörter zu verwandeln, ist nahezu magisch. Ihre Worte bringen die Herzen der Menschen zum Klingen, lassen die Seele tanzen.“