Mittwoch , 13. November 2019
Pyronale 2018
Der Himmel über Berlin. Foto: Sven Farmer DAVIDS/Pyronale

Pyronale 2018: Petrus ist ein Pyrotechniker

Falls Sie am Wochenende noch nichts vor haben: Gönnen Sie sich eine Gänsehaut-Feeling und gehen Sie zu Berlins beeindruckendstem Feuerwerks-Spekatakel. Was? Das ist doch sonst immer Ende August. Ja, aber wegen dieses Jahrhundert-Sommers und der anhaltenden Trockenheit musste die Pyronale verschoben werden.  Aber Petrus scheint auch ein Pyrotechniker zu sein und schenkt uns nochmal ein paar warme Tage. Die diesjährige Pyronale ist auch ein absolutes Muss für alle Berliner.

Der Veranstalter dankt seinen Fans mit einer Show der Publikumslieblinge – und deshalb sind auch wieder die Berliner mit dem Namen „Potsdamer Feuerwerk“ mit am Start. Vor drei Jahren wurden sie zum Publikumsliebling gewählt – und werden dieses Jahr erneut den Berliner Himmel erleuchten.

Der Berliner Michael Kandler gründete 1990 zusammen mit seinem Vater die Firma. 
„Wir saßen damals noch in Potsdam, waren eine der ersten GmbHs, die nach der Wiedervereinigung gegründet wurden.“ Vier Jahre später zog die Firma an die Rigistraße in Berlin-Marienfelde. Hier hatte sich der Jungunternehmer schon mit seinem Handelsunternehmen Pyro-Partner niedergelassen, verkaufte neben seinem Studium Silvesterfeuerwerk an den Berliner Einzelhandel.

Feuerwerker aus Berlin mit am Start

An der Rigistraße wurde schon in den 50er Jahren im großen Stil Knallbonbons und Tischfeuerwerk hergestellt. Doch der Start-up Michael Kandler wollte mehr. „Man kann mit kleinen Sachen spielen oder aber mit Großen. Ich war gleich Feuer und Flamme für die XXL-Kaliber“, sagt der leidenschaftliche Unternehmer. Gemeinsam mit seinem Vater und einem befreundeten Profi-Feuerwerker, der bereits in 
3. Generation als Pyrotechniker tätig war, baute er die Großfeuerwerks-Abteilung auf und ließ sich selbst zum Feuerwerker ausbilden. „Das ist schon ein spektakulärer Beruf“, 
sagt der Firmeninhaber. „Feuerwerke haben sehr viel mit Emotionen zu tun. Wir berühren die Seele unserer Zuschauer und bekommen direkte Resonanz über unsere Arbeit.“

Aus dem kleinen Handwerksbetrieb mit großen Ambitionen ist ein namhaftes Unternehmen geworden. 
Die Mannschaft realisiert Großevents wie den Hamburger Hafengeburtstag mit seinen AIDA-Taufen, das Sommerfest des Bundespräsidenten oder die Feierlichkeiten zum Independence Day in der US-amerikanischen Botschaft. Auch auf internationalen Feuerwerksevents wie in Macau, Vietnam und Singapur begeisterten die Berliner mit ihrer fulminanten Kunst.

„Das geht unter die Haut“

Hat man früher noch mit Nagelbrettern und Stoßmaschinen gezündet, kommt heute modernste Elektronik zum Einsatz. Der Chef-Pyrodesigner Thomas Schenkluhn schreibt für Potsdamer Feuerwerk die großen Shows, ist für die DNA der Firma verantwortlich. Seit Herbst 2014 sitzt er an der Musikauswahl und dem Showentwurf. Alle drei Wettbewerbsbeiträge – zwei Pflichtteile und eine zehnminütige Kür – entstehen dabei am Computer. Auch die große Show ist pures Kopfkino. Eine Generalprobe gibt es beim Feuerwerk nicht. Die fertige Show wird dann auf einen Sender überspielt, der einen an eine Szene aus „007 – Golden Eye“ erinnert. Wenn der rote Knopf gedrückt ist, gibt es kein Zurück mehr. 1,5 Tonnen Pyrotechnik, zum Teil extra für den Pyronale-Auftritt produziert, über 6.000 einzelne Zündungen schreiben die Symphonie Made in Berlin in den Himmel. 
„Da kann man noch so abgebrüht sein, das wird ein Moment, der uns allen unter die Haut geht“, sagt Michael Kandler.

Wir drücken erneut die Daumen.  Weitere Infos unter pyronale.de. Tickets gibt es unter Ticketmaster.de.