Montag , 14. Oktober 2019
Postbus Berlin 2015

Postbus Berlin – So weit. So nah. So günstig.

„Nur fliegen ist schöner“ war früher: Im Postbus lässt sich entspannt und komfortabel reisen. Immer mehr Berliner sagen Ja zum großen Gelben – zumal er jetzt auch am Bahnhof Zoo hält. Besser geht es nicht.

Sie haben Rosen mitgebracht, um ihre Liebsten zu begrüßen. Eine Clique von drei jungen Girls nutzt die Zeit, um eine letzte Zigarette vor der Fahrt zu rauchen. Ein Geschäftsmann eilt hinzu. Er hat noch schnell beim Kultimbiss am Bahnhof Zoo einen quicken Mittags-Lunch wahrgenommen. Die Busfahrerin, Corinna Nowotny, stemmt eifrig Gepäck in den Bauch des Busses. „schland“ steht auf der Seitentür, die sich jetzt schließt: „Postbus – Der Bus für Deutschland“ ergänzt die Aufschrift in XXL-Lettern auf dem großen Gelben.

In zwei Minuten soll es losgehen. „Hier noch Hamburger?“ ruft ein Fahrer, der plötzlich von einem zweiten Postbus herbeieilt, um seine Schäfchen einzusammeln. „Nein, Dresden!“ schallt es zurück.

13.15 Uhr: Alles einsteigen. Türen zu und los geht’s. Der Postbus reiht sich ein in das hektische Treiben am Hardenbergplatz. Er ist sozusagen der Platzhirsch. Der große Gelbe ist der einzige Fernreisebus, der am Bahnhof Zoo hält. Seit dem 15. Dezember 2014 wird die City West direkt angefahren.

Ein wahres Plus. „Ich wohne in der Xantener Straße. Für mich ist der Standort ideal“, sagt Michael W. Der Geschäftsmann, der sein Büro am Hohenzollerndamm hat, fährt fast jedes Wochenende nach Dresden. Der Liebe wegen. „Ich fahre ausschließlich mit dem Postbus. Hier stimmt einfach alles. Die bieten beste Qualität in der Ausstattung, das W-Lan funktioniert. In den neuesten Bussen ist hinten sogar ein Tisch, so wie man es aus dem ICE kennt. Wenn es geht, reserviere ich mir den Platz immer. Hier kann ich ungestört drei Stunden arbeiten, ohne dass mir jemand über die Schultern schaut.“ Was für Michael W. außerdem noch unschlagbar ist:

„Das Personal. Die kenne ich mittlerweile schon alle persönlich. Das sind alles gutausgebildete Fahrer.“ Auch deren Höflichkeit und Hilfsbereitschaft fallen einem als leidgeprüfter Berliner sofort auf. Am liebsten, sagt er noch, möchte er den Fahrer auf eine Tasse Kaffee einladen.

Der große Gelbe ist der einzige Fernreisebus, der am Bahnhof Zoo hält

Postbus Berlin 2015 historischer Bus
Die Ausweise, bitte! Schon 1974 ging es mit dem Postbus ab in die Schweiz. (Foto: Volkhard Stern)

Nächster Halt: Bahnhof Südkreuz. Vom Hildegard-Knef-Platz geht’s weiter zum Flughafen nach Berlin Schönefeld. „SXL – Das Tor zur Welt“ steht auf einem großen Plakat. Hier werden die Gepäckstücke etwas größer, der Teint dunkler. Nachdem die Urlauber ihren reservierten Platz gefunden haben und schnell noch über die Kälte in Berlin lamentieren, geht es auf die Autobahn und Nonstop in die sächsische Landeshauptstadt.

Entspannt lehnt sich Margarete R., Geschäftsfrau aus Wilmersdorf, mit einem Buch in der Hand zurück. „Die Kraft zum Loslassen“, tägliche Meditationen für die innere Heilung, steht auf dem Cover „Ich nutze die Zeit, um mich zu entspannen und abzuschalten. Das geht hier wunderbar“, sagt sie. Die extra breiten Sitze mit 80 Zentimeter Beinfreiheit lassen diese innere Haltung auch im Außen zu.

Reisen im Postbus ist pure Entspannung

Romy T., angehende Schiffsmechanikerin aus Sachsen, ist bereits in Hamburg an Bord gegangen. „Ich bin seit einem Jahr direkt im Hamburger Hafen in der Ausbildung. Meine Familie wohnt in der Nähe von Meißen. Die besuche ich einmal im Monat.“ Das Reisen mit dem Postbus sei für sie pure Entspannung. „Man bucht sich seinen Platz, setzt sich und relaxt.“ Die Fahrt mit dem Zug kommt für sie nicht infrage. „Das würde alles zwei Stunden länger dauern. Und viel teurer wäre es auch noch. Da muss ich ja nicht zweimal überlegen, oder?“

Hinter ihr sitzen zwei Insider. „Wir sind Linien- busfahrer in Verden“, sagt Karl-Heinz S. Neben seinem Sitz hat er zwei Gehhilfen postiert. „Ich hatte Ende Januar einen Autounfall, Blitzeis, dreifacher Trümmerbruch. Seitdem bin ich arg gehandicapt und fast nur mit dem Rollstuhl unterwegs.“ Eine Fahrt mit dem Zug wäre für ihn viel zu stressig geworden. Die Hektik am Bahnhof. Die Unruhe im Zug. Im Postbus habe er seine Ruhe, das Einsteigen gehe ganz gemütlich über die Bühne. Außerdem habe er genug Platz für sich und sein lädiertes Bein. Wieso er unbedingt nach Dresden muss? Da holt er sich doch seinen neuen Wagen ab. „Der andere ist ja nun Schrott.“

Postbus Berlin 2015

Reisen heute: Hightech, Entertainment und Erholung. (Fotos: Postbus)

Franz Z., Student aus Berlin, schwärmt vor allem von der High-Tech-Ausstattung an Bord. „Kostenloses W-Lan und das Media Center, über das ich mir die neuesten Blockbuster anschauen kann, sind ein geniales Add on.“

Genauso zufrieden ist Lydia H. aus Potsdam. Sie studiert Maskenbild im achten Semester an der Dresdener Hochschule für Bildende Künste. „Am Anfang habe ich immer noch nach Mitfahrgelegenheiten gesucht. Aber darauf kann man sich nicht hundertprozentig verlassen.“ Außerdem sei der Preisunschlagbar.„IchvergleichevorabdiePreise im Internet. Wenn ich früh genug buche, kostet eine Fahrt nur sieben Euro. Das ist doch traumhaft.“

Apropos die Fahrerin: Corinna Nowotny hat sich ihren Kindheitstraum erfüllt. Seit zwei Jahren ist die 31-jährige Postbusfahrerin, fährt Babys und Best Ager quer durch Deutschland. „Ich liebe meinen Beruf. Ich kann mir nichts anderes vorstellen.“

POSTBUS Streckennetz

Insgesamt werden derzeit aus Berlin 32 Städte mit dem Postbus angefahren: vom Seeheilbad Ahlbeck und Wagners Bayreuth bis Wolfsburg und Freiburg. Seit neuestem steht auch Berlin – Posen – Warschau auf dem Fahrplan. Damit nicht genug. Ab dem 29. Mai bzw. 11. Juni wird das Streckennetz noch weiter ausgebaut.

 

Postbus Streckennetz 2015
Postbus Streckennetz (Zum Vergrößern bitte anklicken!)

DIE HIGHLIGHTS:

    • AbBerlinZOBundZoologischerGartenzuden Kaiserbädern Usedoms.
    • BerlinZoologischerGarten–Mecklenburgische Seenplatte (Malchow) – Rostock – Bad Doberan – Ostseebad Kühlungsborn
    • BerlinZoologischerGarten&Südkreuz– Dresden – Chemnitz – Zwickau – Plauen und weiter bis zum Tegernsee 
Bei allen drei Fahrten ist die Deutsche Post alleiniger Anbieter ab City West. 
EXKLUSIVE DIREKTVERBINDUNGEN: 
Berlin-Straßburg-Freiburg, Berlin-Halle, Berlin-Kassel, Berlin-Gießen, Berlin-Münster, Berlin-Oldenburg, Berlin-Heilbronn-Tübingen, Berlin-Kaiserslautern. 
Bis zu 5 Mal täglich Berlin Zoologischer Garten-Jena-Erfurt. 
Bis zu 7 Mal täglich Berlin Zoologischer Garten-Köln. Auch hier ist die Post alleiniger Anbieter. 
Weiter Informationen unter 
postbus.de