Sonntag , 3. Juli 2022
Nun, liebe Kinder, gebt fein acht.... Foto: Das DDR Handbuch, Taschen Verlag

Das DDR-Handbuch: Pittiplatsch und Propaganda

Fast wird man ein bißchen wehmütig, wenn man beim Blättern das Brettspiel „Sandmann, lieber Sandmann“ oder den nicht gerade mit Haaren gesegneten Pittiplatsch sieht. Das DDR Handbuch zeigt mehr als 2.000 Stücke aus der einzigartigen Sammlung des Wende Museums in Los Angeles. Designobjekte und Alltagsgegenstände, Stasirelikte, Propaganda, Werbung, Mode, Staatstragendes und Dissidentes, Skurriles und Tragisches aus dem Arbeiter-, Bauern- und Bonzenstaat. Ein umfangreicher Überblick über Kunstgegenstände, Archivbestände und Dinge aus der DDR: offizielle Symbole und oppositionelle Ausdrucksformen, Spektakuläres und Alltägliches, Massenproduziertes und Handgemachtes, Witziges und Tragisches. Begleitet werden diese Überreste von grundlegenden Texten, die Akademiker und Experten aus Europa, Kanada und den USA zu Themen von der Stasi bis zur Sexualität, von Denkmälern bis zu mentalen Landkarten verfasst haben.

Das 2002 durch den Amerikaner Justin Jampol gegründete Museum widmet sich der Kultur und Bildsprache des früheren Ostblocks und fördert verschiedene Sichtweisen auf diese vielschichtige Ära. Nach Erweiterung und Umbau präsentiert The Wende Museum ab dem 18. November 2017 seine mehr als 100.000 Exponate umfassende Sammlung von DDR-Artefakten und anderen Relikten des Kalten Krieges auf erweiterter, großzügiger Fläche im historischen Armory Building von Culver City. Wie schreibt es The Daily Telegraph, London so treffend: „So kitschig und banal diese Geschichtsbetrachtung sein mag, sie erfasst den Alltag hinter dem Eisernen Vorhang in kuriosen und mitunter anrührenden Details.“ Und wann erscheint das Handbuch? Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich. Ach nein, halt, das Handbuch aus dem Taschen Verlag mit Mitropa-Speisenkarte, Trabant-Broschüre, Propagandaschildern und Waschmittelwerbung gibt es ab Dezember im Handel.