Sonntag , 18. November 2018
Die wilden Zwanziger
Der Vergnügungstempel "Haus Vaterland". Foto: va_nippoldt, Taschen Verlag

Achtung, wild: Das Berlin der wilden Zwanziger

Wer noch unbedingt ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk sucht: Trommelwirbel! Hier ist es. Ein Must have nicht nur für alle Berlin-Liebhaber. „Es wird Nacht im Berlin der wilden Zwanziger“. Das Berlin der 1920er ist einer der großen Mythen des 20. Jahrhunderts: eine exzessiv feiernde, moderne Metropole voller Lebenslust, über der schon die Gewitterwolken von Wirtschaftskrise und Naziherrschaft aufziehen. Der Zeichner Robert Nippoldt hat den Geist dieser Jahre gemeinsam mit dem Autor Boris Pofalla eingefangen. Die wichtigsten Schauplätze, die großen Bühnen und bekannte Figuren wie Lotte Reiniger, Christopher Isherwood, Albert Einstein, Kurt Weill, Marlene Dietrich und George Grosz und auch Thea Alba, „die Frau mit zehn Gehirnen“, Magnus Hirschfeld, den „Einstein des Sex“, und den berühmt-berüchtigten Ganoven Adolf Leib. Die grellen Lichter der Großstadt und das Grau der Fabriken, Hinterhöfe und Mietskasernen, das Geschrei der Sporthallen, die Stille der Theatersäle und der Gesang der Comedian Harmonists. Es ist fast zu spüren, zu hören, und zu riechen, ja, das Buch duftet irgendwie nach damals. Fast möchte man es ständig anfassen, gar streicheln.

Es ist die geballte energetische Explosion, könnte man sich doch in die Zeit beamen lassen. Wenigstens mal kurz, um einen Atemzug zu nehmen. So viel Rasanz, Theatralik, Drama, Lichter der Großstadt, Verkehrschaos, Leben, das laut auf sich aufmerksam macht, will es nicht in Hinterhöfen und Mietskasernen verkümmern, Cabaret, Theater, Funk, Film, Reklame, Bubikopf und Monokel, queere Kieze, Charleston und der „Onkel Bumba aus Kalumba“; alles rennt, rast und schwoft, jeden Tag breaking news, Sensationen und Spektakel. An dieser Geschichte, deren Strahlkraft heller leuchtet als fünf Millionen Osram-Birnen (Werk Berlin-Friedrichshain), haben viele mitgestrickt, Kunstschaffende, City Girls, Gigolos, Bohemiens, Intellektuelle, Koksbarone, Ringvereine und Politgangster, Wissenschaftler, Sportskanonen und Spekulanten, Dr. Mabuse, Mackie Messer, Maria, der schöne Maschinenmensch und eine endlose Parade von tanzwütigen Nachtschwärmern. Eine Musik-CD mit raren Originalaufnahmen macht das Buch zu einem vibrierenden Gesamtkunstwerk.

Das Highlight des Taschen-Verlags erscheint am 14. Dezember und wird angemessen wild mit einer Ausstellung bei TASCHEN Berlin gefeiert.  Oh, Du Fröhliche! Wenn Sie dieses wundervolle Werk gewinnen wollen, schreiben Sie einfach eine Mail mit dem Stichwort „Ich liebe Berlin“ an c.waiblinger@taschen.com. Einsendeschluss ist der 14. Dezember 2017. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger

Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger

Ausstellung: kuratiert von Robert Nippoldt Eröffnung: Donnerstag, 14. Dezember 2017 (Vernissage ab 19 Uhr) TASCHEN Berlin, Schlüterstr. 39, 10629 Berlin

Heidi Müller Berlin Journalistin

Heidi Müller findet die wertvollen Dinge des Lebens. Einfaches, Schönes, Wahrhaftiges und Bedeutungsvolles zum Hören, Riechen, Schmecken und Erkennen bringt sie ihren Lesern näher. Die Diplom-Journalistin arbeitete u. a. für den Tagesspiegel, die Welt am Sonntag, die Thomas Gottschalk Late Night Show und produziert eigene Magazine. Seit mehr als zwanzig Jahren widmet sie sich ihrer journalistischen Berufung von ganzem Herzen. „Ihre herausragende Begabung, Gedanken in Wörter zu verwandeln, ist nahezu magisch. Ihre Worte bringen die Herzen der Menschen zum Klingen, lassen die Seele tanzen.“